Wem gehört die klingonische Sprache?

Es war niemals richtig klar, wem die klingonische Sprache gehört oder was das überhaupt bedeuten würde. Es gab niemals eine rechtliche Prozedur oder Diskussion darüber, also ist die Frage bis jetzt unbeantwortet. Sogar die Axanar-Anklage 2016 gab keine klare Antwort darauf, obwohl der Kläger Paramount angemerkt hatte, dass die Sprache ihr Eigentum ist, auf einer langen Liste von Dingen, die für Star Trek erstellt wurden.

Fakten

Allgemein

"Star Trek und verwandte Marken sind Handelsmarken von CBS Studios Inc." (1)

Das Wort "Klingon"

Beim Markenamt der USA ist CBS Studios Inc. eingetragen als Eigentümer des englischen Begriffs "Klingon". Im deutschen Patent- und Markenamt ist der Begriff "Klingon" ebenfalls registriert (2). Ob das deutsche Wort "Klingonisch" damit eingeschlossen ist, bleibt noch unklar.

Im amerikanischen Markenamt gibt es vier aktive Einträge für das Wort "Klingon":
  • 1991: "Spielzeug-Raumschiffe; Modellbausätze zum Bau von Spielzeug-Raumschiffen" (3)
  • 1996: "Computer-Spiel-Software auf CD-ROM" (Siehe Star Trek: Klingon) (4)
  • 1998: "Wein" (Siehe Wein) (5)
  • 2013: "Warnog" (klingonisches Bier) (6)

The Klingon Dictionary

Die erste und zweite Ausgabe des offiziellen Wörterbuchs sagt "Copyright © 1985 by Paramount Pictures" und "Dieses Buch ist herausgegeben von Pocket Books [...] unter exklusiver Lizenz von Paramount Pictures". Seit 2009 wird das Copyright für CBS dort angezeigt.

Das stellt klar, dass es ein Copyright für das Buch gibt, das heißt für The Klingon Dictionary.

Marc Okrand

Der Ersteller der Sprache und Autor des Wörterbuchs, Marc Okrand, hat keine Rechte an der Sprache. Seine Erschaffung der Sprache war ein einzelner Auftrag, den er einfach an die Produzenten ausgehändigt hat. Zum Beispiel liegt es nicht in seiner Hand, ob es ein neues Klingonisch-Wörterbuch geben wird.

Die Axanar-Anklage

Die Erschaffer des Axanar-Films wurden 2016 von Paramount wegen Copyright-Verstöße angeklagt. Während des Prozesses wurden alle Verstöße aufgelistet, darunter die klingonische Sprache. Kritischerweise könnte das heißen, das Paramount das Copyright für die Sprache besitzt, aber es bleibt offen, in welchem Umfang dies der Fall ist; Das heißt: Was kann man damit machen und was nicht? In diesem Fall konzentriert sich der Ankläger auf die Produktion eines ganzen Film, der "hunderte" von rechtlich geschützten Elementen verwendet, und die klingonische Sprache ist nur eines davon.

Manche legen dies so aus, dass die Verwendung von Klingonisch nur im Rahmen einer Star-Trek-ähnlichen Filmproduktion nicht zulässig ist, da damit das Copyright des gesamten Produkts "Star Trek" verletzt wird. Die Verwendung der Sprache außerhalb einer solchen Produktion jedoch keine Verletzung darstellt.

Siehe den Hauptartikel Axanar-Anklage

Copyright und Sprachen?

Häufiger gibt es die Frage, ob man überhaupt das Copyright auf eine Sprache haben kann. Die einen argumentieren, dass Klingonisch so weit verbreitet ist, so dass man es einfach nicht verbieten kann, die anderen argumentieren, dass diese Sprache ein reines Produkt ist, das für einen Film hergestellt wurde, und deswegen genau wie jede Requisite dessen Hersteller gehört.

Google vs. Oracle

2010 verklagte Oracle die Firma Google, da diese Teile von Oracles Java-Software (sogenannte API) verwendet hatten. In erster Instanz hatte das Gericht entschieden, dass diese Einzelteile der Programmierung nicht dem Urheberrecht unterliegen, das Berufungsgericht entschied aber anders und gewährte 2012 Oracle das Urheberrecht an dessen Java-Programmierung. Oracle argumentierte, dass eine API ein individueller Ausdruck einer Idee ist und damit den Schutz des Urheberrechts genießt.

Der Fall ist bis heute (März 2018) noch nicht endgültig abgeschlossen. Details dazu gibt es im   [Droidwiki.

Ob dies nun auf Klingonisch übertragbar ist, wird immer wieder diskutiert, aber noch nicht entschieden. Ob man eine Programmiersprache auch als Sprache definieren kann, oder ob dies nur Wortklauberei ist, bleibt offen. Auch wenn diese nicht als Kommunikationsmittel dient, wurde diese – genau wie Klingonisch – ebenfalls von jemandem erfunden und könnte daher auch als "Idee" bzw. "geistiges Eigentum" definiert werden. Letztendlich bleibt aber trotzdem offen, inwiefern man dieses schützen kann und in welchem Rahmen dessen Nutzung eingeschränkt werden kann.

Einzelnachweise

1 : Eintrag auf (en) Patent- und Markenamt der USA für "Star Trek"

2 : Eintrag im (de) Deutschen Patent- und Markenamt, abgerufen 28. April 2016

3 : Eintrag auf (en) Patent- und Markenamt der USA für "Klingon", Spielzeug-Raumschiffe

4 : Eintrag auf (en) United States Patent and Trademark Office für "Klingon", Spiel-Software

5 : Eintrag auf (en) United States Patent and Trademark Office für "Klingon", Wein

6 : Eintrag auf (en) United States Patent and Trademark Office für "Klingon Warnog", Bier

Weblinks

Kategorie: Allgemein    Letzte Bearbeitung: 23 May 2018, durch KlingonTeacher    Erstellt: 23 Mar 2016 durch MarcZankl


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