Kontext

Der Kontext eines Satzes besteht aus allen Elementen, die für sein Verständnis relevant sind. Sinngemäß meint man damit die "Umgebung" einer Aktion, aus der klar wird was gemeint ist. Auch im Deutschen gibt es Sätze und Wörter, die ohne weitere Information mehrdeutig sind: Zum Beispiel "Er ist geflogen." War er in einem Flugzeug? Wurde er rausgeworfen? Oder ist "er" gar ein Vogel?

Beispiele

Im Klingonischen spielt der Kontext in bestimmten Fällen eine besondere Rolle, wie nachfolgend gezeigt werden soll.

Nomen

Viele der bekannten Nomen enden auf das Typ 9 Verbsuffix -wI' _ jemand/etwas, der/das etwas macht_ (1). Hierbei ist die Übersetzung meistens klar, wie bei SuvwI' Krieger , aber es gibt auch Fälle, bei denen nicht sicher ist, was gemien ist: So kann das Wort ghItlhwI' entweder "Gerät zum Schreiben" (Stift) heißen, oder aber "jemand, der schreibt", z.B. ein Schriftführer. Nur der ontext kann verdeutlichen, was gemeint ist. Solche Wörter gibt es auch im Deutschen, wie "Rasenmäher" oder "Geschirrspüler".

Aspekt und Zeitformen

Der Satz jItlhutlh kann im Klingonischen sowohl Ich trinke als auch Ich trank oder Ich werde trinken heißen. Das Klingonische kennt keine Zeitformen wie wir im Deutschen, sondern nur den Aspekt, der lediglich ausdrückt, ob bestimmte Handlungen innerhalb des Kontextes abgeschlossen sind oder nicht. Im obigen Beispiel müsste man aus dem Kontext erschließen, wann die Handlung tatsächlich stattgefunden hat. Durch die Verbindung mit einem Zeitstempel lässt sich die Zeit der Handlung näher bestimmen:

wa'leS jItlhutlh Morgen werde ich trinken.
DaHjaj jItlhutlh Heute trinke ich.
cha'Hu' jItlhutlh Vorgestern trank ich.

Zwei Nomen in einer Apposition

Tauchen zwei Nomen in einer Apposition auf, dann ist teilweise unklar, ob es sich dabei wirklich um eine Apposition oder um eine Nomen-Nomen-Konstruktion handelt. qeylIS loDnI' könnte also Bruder Kahless (Apposition) oder der Bruder von Kahless (Nomen-Nomen-Konstruktion) heißen. Nur eine zusätzliche Information kann dies verdeutlichen, wie zum Beispiel die Wiederholung des Namens, oder die Erwähnung, dass über den Bruder gesprochen wird.

Homonyme

Manche Wörter im Klingonischen existieren in gleicher Schreibung als Nomen und Verb ( siehe Homonyme) oder haben sogar als Verb zwei Bedeutungen. Um welches Wort es sich im Zweifelsfall handelt, bestimmt der Kontext.

Das Wort Dabej könnte zusammengesetzt sein aus dem Verb Da und dem Suffix -bej - heißt dann "er benimmt sich sicherlich wie etwas" - oder aus dem Präfix Da- und dem Verb bej, was dann bedeutet "du beobachtest es". Ein zusätzliches Objekt oder Subjekt im Satz verdeutlicht, was gemeint ist.

Einzelnachweise

1 : The Klingon Dictionary S. 43

Kategorie: Grammatik    Letzte Bearbeitung: 28 Dec 2016, durch WikiAdmin    Erstellt: 08 Apr 2016 durch MarcZankl


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